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Im Laufe einer 18-monatigen
Probezeit haben Neuzugänge Gelegenheit,
sich zu orientieren und die ritterliche oder
die bürgerliche "Karriere"
einzuschlagen. Doch Vorsicht: So reizvoll das
Dasein als Ritter auch scheinen mag, so
wünschen wir uns doch, dass ein Ritter
sich wenigsten ansatzweise auf einem Pferd
halten und sich standesgemäß kleiden
und ausrüsten kann.
Wie auch im Mittelalter beginnt
diese Laufbahn gewöhnlich mit einer Zeit
als Knappe im Dienst bei einem unserer Ritter,
an deren Ende die eigene Rittererhebung steht.
In dieser Zeit hat jeder die Gelegenheit, sich
seine leider sehr teure ritterliche
Ausrüstung und möglichst auch ein
Zelt zuzulegen sowie den Umgang mit den Waffen
zu lernen.
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Deutlich einfacher und auch lange nicht so
kostenintensiv ist die Rolle als Handwerker oder
Händler. Nicht nur die Kleidung ist weit weniger
aufwändig, auch die militärische
Ausrüstung kann einfacher bleiben, muss aber
nicht. Immerhin ist für einen Fußstreiter
die Auswahl z. B. an Stangenwaffen deutlich höher
als für einen Ritter, und eine Armbrust ist
auch eine feine Sache.
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Natürlich besteht unsere Gruppe
nicht nur aus Männern, doch war das
Mittelalter eine Zeit, in der die Frauen
gewöhnlich unter der Munt, also der
Vormundschaft ihrer Väter oder
Ehemänner standen und daher selber nur
eingeschränkt rechtsfähig waren. Das
bedeutet, dass unsere Frauen sich eine Rolle
innerhalb des gesellschaftlichen Rahmens des
Mittelalters suchen, doch besteht auch hier ein
breiter Spielraum zwischen Edeldamen,
Kaufmannsgattinnen oder Handwerkerfrauen (und
-töchtern!). Auch hier gilt: Wer die
Edeldame darstellen will, der muss, wie die
Ritter, die Rolle auch ausfüllen
können!
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Wer sich dennoch den Spaß nicht
nehmen lassen will, auf dem Schlachtfeld
hemmungslos Männer zu verprügeln, der
bekommt auch hierzu Gelegenheit. Nur sollte eben
nicht sofort erkennbar sein, dass in der
Rüstung eine Frau steckt.
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Wem das alles zu aufwändig
erscheint oder wer glaubt, wir würden von
unseren Neuzgängen sofort eine perfekte
Ausstattung erwarten, dem sei versichert, dass
wir alle unsere Anfänge in der
"Mittelalterszene" nicht vergessen
haben. Nebenstehendes Foto zeigt, als warnendes
Beispiel, die ersten Gehversuche einiger unserer
Leute. Damit Neuzugängen unsere Fehler nicht
auch passieren, bekommen sie von uns alle Hilfe,
die wir geben können. Das reicht von
Literaturhinweisen über Einkaufstipps bis
hin zur Anfertigung von
Ausrüstungsteilen.
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Da wir uns nicht nur mit dem Tragen von
Gewändern und Rüstungen begnügen
wollen, gehört auch eine ordentliche Portion
Hintergrundwissen über das Mittelalter dazu. Das
soll nicht heißen, dass jeder die Kaiser und
Könige herunter beten soll, sondern dass sich
jeder einen Bereich herauspickt, in den er oder sie
sich einarbeitet, sei es Politik, Medizin,
Alltagskultur, Kriegswesen oder ein Handwerk. Klar,
das kostet Zeit, auch unter der Woche und im Winter,
wenn keine Märkte laufen, aber wir wollen eben
keine "Sitzritter" sein, sondern eine
gewisse Qualität liefern. |
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Nach all den Ermahnungen aber soll auch
der Spaß nicht zu kurz kommen. Zu unserer
Gemeinschaft gehört natürlich auch das Bier
oder der Kelch Wein am Abend der Veranstaltung, das
gemeinsame Handwerken und Handarbeiten, um
Ausrüstungsteile herzustellen oder zu reparieren
oder auch der gemütliche Videoabend. Dazu kommt,
eher locker als regelmäßig, unser
Waffentraining. Das Training zu Pferde erfolgt in
Zusammenarbeit mit erfahrenen Turnierreitern.
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